- tropische Seerosen

 

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Willkommen in den Tropen!

Bis vor kurzer Zeit waren tropische Seerosen in Mitteleuropa kaum erhältlich. Es gab einige wenige Sorten, die gelegentlich aus Italien oder Spanien importiert wurden und den Weg in eine deutsche Gärtnerei fanden. Zum Standardsortiment für den Wassergarten gehörten sie bei uns nicht. Als wir vor über zwanzig Jahren damit begannen uns mit den tropischen Seerosen zu befassen, dachten auch wir, dass sie nur für Gewächshäuser und bestenfalls noch für Wintergärten geeignet seien. Diese Vorstellung haben wir inzwischen hinter uns gelassen. Wenn man es richtigmacht, dann kann man sie bei uns auch gut im Freiland halten. In den USA und Kanada werden sie schon seit langem so kultiviert.

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Seit wir tropische Seerosen halten ist die Zahl der Sorten enorm gewachsen, und bei vielen davon war unsere Gärtnerei der Ersteinführer in Europa. Sogar eigene Züchtungen sind inzwischen dazu gekommen. Unsere Sammlung tropischer Seerosen umfasst inzwischen weit über hundert Sorten. Wenn die tropischen Seerosen sich heute anschicken ihren Siegeszug auch in den mitteleuropäischen Gärten fort zusetzen, dann hat unsere Gärtnerei einen ganz entscheidenden Anteil dazu beigetragen.

 

 

 

 

 

 

Welche tropischen Seerosen gibt es?

 Bei der ersten Begegnung mit tropischen Seerosen ist die Fülle der verschiedenen Arten und Sorten schier überwältigend. Wie soll man da den Überblick behalten und wissen welche Ansprüche die jeweiligen Sorten haben? Wer tiefer in die Materie einsteigt, merkt aber bald, dass es gar nicht so kompliziert ist. Die tropischen Seerosen lassen sich nämlich in fünf Gruppen mit identischen Pflegeansprüchen einteilen. Drei davon sind Untergattungen der Seerose, auf die beiden anderen kommen wir im Anschluss zu sprechen.

In der Botanik werden nahe miteinander verwandte Pflanzen als Gattung bezeichnet. Eine Gattung besteht im Normalfall aus mehreren Arten. Die Gattung der Seerosen heißt botanisch Nymphaea. Unsere einheimische weiße Seerose zum Beispiel ist eine Art aus dieser Gattung, sie heißt Nymphaea alba. Bei den Seerosen gibt es aber so viele Arten, dass es sinnvoll war sie noch einmal in Untergattungen zu gliedern.

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Die allermeisten tropischen Seerosen in Kultur (über 90 %) gehören zur Untergattung Brachyceras. Im gärtnerischen Alltag werden sie in der Regel unter dem Begriff Tagblüher zusammengefasst. Ihre Wildformen wachsen in Afrika und Amerika. Aus diesen Wildformen wurde eine Fülle an Sorten gezüchtet, und es gibt sie buchstäblich in allen Farben des Regenbogens, selbst grüne Blüten sind zu finden. Alle duften sehr angenehm, die einen stärker, die anderen schwächer. Die Wildformen leben in sehr flachen und dadurch warmen Gewässern und benötigen zum Blühen immer einen sonnigen Standort. Diese Bedürfnisse haben auch alle ihre Sorten. Sie sind die tropischen Seerosen mit der einfachsten Kultur und auch die besten Kandidaten für eine Freilandhaltung im Sommer. viviparieInteressant ist noch, dass einige dieser Seerosen die Fähigkeit haben auf ihren Schwimmblättern Jungpflanzen zu bilden. Diese Jungpflanzen können noch auf der Mutterpflanze zu blühen beginnen, und es kommt sogar vor, dass sie ihrerseits blühende Jungpflanzen tragen und so drei Generationen an einer einzigen Pflanze zu finden sind. Der Fachbegriff für diese Eigenschaft lautet 'vivipar'. 

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Die zweite wichtige Untergattung tropischer Seerosen nennt sich Lotus. Trotz des ähnlichen Namens besteht keine Verwandtschaft zu den Lotosblumen, und der Gärtner bezeichnet sie als Nachtblüher. Ihre Wildformen finden sich in den Tropen der alten und der neuen Welt, und selbst in Europa hat eine Art davon die letzte Eiszeit überlebt. Ihre Blüten sind weiß, rosa oder rot und sie unterscheiden sich in der Blütenform deutlich von allen anderen Seerosen. Gemeinsam ist allen, dass sie in der Dämmerung beginnen sich zu öffnen und die ganze Nacht bis zum folgenden Vormittag blühen. Diese Eigenschaft macht sie zu 'Feierabendseerosen', denn sie blühen dann, wenn man von der Arbeit zuhause ist. Der Duft der meisten Sorten ist sehr intensiv, man sollte sie deswegen nicht in zu kleinen Räumen halten.

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Die dritte Untergattung trägt den Namen Anecphya. Nach ihrer Herkunft bezeichnet sie der Gärtner als Australische Seerosen. Es sind die größten echten Seerosen, sowohl was ihre Blüten als auch ihre Blätter betrifft. Die Form der Blüten ist rundlicher als bei den anderen tropischen Seerosen, der Duft ist sehr angenehm. Australische Seerosen haben den Ruf sehr heikel in der Kultur zu sein. Der Ruf ist nicht berechtigt und entstand vor allem, weil über die Lebensweise dieser Seerosen lange Zeit kaum etwas bekannt war. Der Großteil der Wildformen wurde erstaunlicherweise erst in den letzten beiden Jahrzehnten entdeckt. Es sind sicherlich keine Anfängerpflanzen, aber ihre Kultur ist durchaus zu meistern.

 

Die vierte Gruppe kommt in der Natur nicht vor. Es sind vom Menschen geschaffene Kreuzungen von Sorten aus zwei unterschiedlichen Untergattungen. Der Begriff dafür lautet Intersubgenerische Hybriden (ISGS). Lange Zeit galten solche Kreuzungen als vollkommen unmöglich, aber seit die erste Kreuzung in den 1990iger Jahren gelang, wurden immer mehr dieser Hybriden geschaffen. In erster Linie sind zur Zeit Hybriden aus tropischen und winterharten Seerosen auf dem Markt. Sie sind vereinfacht gesagt winterharte Seerosen mit den Farben der tropischen Seerosen. Daneben gibt es aber auch ein paar Hybriden aus unterschiedlichen tropischen Untergattungen. Hier sind vor allem Kreuzungen aus Tagblühern und Australischen Seerosen interessant, denn sie ergeben Pflanzen mit dem Aussehen der Australier und den Ansprüchen der Tagblüher. Alle intersubgenerische Hybriden sind noch extreme Raritäten und entsprechend teuer.

 

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Die fünfte Gruppe gehört nicht zu den echten Seerosen, trägt aber den deutschen Namen Riesenseerosen. Sie besteht aus nur aus drei Arten, die alle einjährig sind. Jeden Frühling wachsen sie neu aus Samen heran und werden in nur einer Saison zu riesigen Pflanzen, die im Herbst Samen bilden. In unserem Klima benötigen sie beheizte Becken zur erfolgreichen Kultur. Nur in Ausnahmesommern wie 2003 oder 2015 kann im Weinbauklima die Freilandkultur erfolgreich sein.

Wie können tropische Seerosen bei uns gehalten werden?

img_5430-kleinEs gibt drei Möglichkeiten tropische Seerosen in unseren Breiten zu pflegen. Die sicherste und eleganteste Möglichkeit ist die Haltung im Wintergarten oder im Kleingewächshaus. Ein Wintergarten mit einem kleinen gemauerten Becken für tropische Seerosen ist ein absolutes Schaustück. Der Aufwand an Platz und Geld hält sich in Grenzen. Eine Fläche von zwei bis drei Quadratmetern reicht dafür völlig aus. Das Becken muss sehr flach sein, damit die Seerosen nach der Bepflanzung maximal 30 cm von Wasser bedeckt sind. So ein Becken sollte nicht im Boden versenkt sein, sondern freistehen. Es wird mit einer Teichfolie ausgelegt und dann erhalten die Seitenwände noch eine weitere Lage Ziegel über der Folie.

beckenbau-01beckenbau-02beckenbau-03beckenbau-04So entsteht ein attraktiver Sitzplatz an dem man den Seerosen ganz nahe ist. Natürlich kann so ein Becken auch aus Holzbalken oder anderen Materialien konstruiert werden. Steht kein Wintergarten zur Verfügung, dann tut es auch ein Tomatenhaus. Mit einem Foliengewächshaus aus dem Baumarkt haben auch wir bei den tropischen Seerosen begonnen. Sowohl Wintergarten als auch Foliengewächshaus benötigen keine zusätzliche Heizung für die tropischen Seerosen. Während des Sommerhalbjahrs reicht die eingefangene Sonnenwärme für die Seerosen vollkommen aus. Sie kommen hier sicher zur Blüte, auch wenn der Sommer einmal schlecht ausfällt.

hochteiche-01-kleinDie zweite Möglichkeit ist die Haltung im Teich im Freiland. Das ist in den USA, der Heimat der meisten modernen Sorten, die am weitesten verbreitete Haltungsform. Nun unterscheiden sich amerikanische Sommer von unseren doch deutlich, denn dort herrscht Kontinentalklima mit langen und heißen Sommern. Unsere Sommer sind dagegen geprägt vom Wechsel von warmen und verregneten Phasen. Wir haben aus diesem Grund zunächst von der Freilandhaltung außerhalb der Weinbaugebiete abgeraten. Inzwischen sehen wir das anders.

schloss-kirchheim2009 machten wir mit unseren tropischen Seerosen ein unbeabsichtigtes Experiment. Für eine Gartenausstellung bei uns im Dorf setzten wir tropische Seerosen in einen Brunnen von Schloss Kirchheim. Die Wassertemperatur ist dort niedrig, denn es fließt konstant Grundwasser in den Brunnen. Wir glaubten nicht, dass die Seerosen das lange überstehen würden, und deswegen wurden während der Ausstellung die Pflanzen jeden Morgen gegen neue ausgewechselt. Am Tag des Abbaus schüttete es wie aus Kübeln, und niemand wollte bei diesen Bedingungen in den kalten Brunnen steigen und die Pflanzen dort herausholen, und dann – haben wir die Seerosen einfach vergessen. Erst durch einen Anruf etliche Wochen später wurden wir wieder an sie erinnert und holten sie ab. Wir konnten kaum unseren Augen trauen: die Seerosen waren weitergewachsen und standen in voller Blüte. Wir haben mit unseren Pflanzen weiter experimentiert und wissen jetzt, dass blühfähige Exemplare viel widerstandsfähiger sind als bislang angenommen. Wirklich empfindlich sind nur die Jungpflanzen. Eine Haltung im Gartenteich ab Juni ist auch bei uns eine realistische Möglichkeit. Der Teich sollte natürlich so warm wie möglich sein. Dazu darf er nicht im Schatten liegen und sollte möglichst flach angelegt werden. Tiefe Teiche bleiben lange kühl, flache Teiche erwärmen sich viel schneller. Auch im Freiland müssen die tropischen Seerosen im ganz flachen Wasser stehen und sollen maximal von 30 cm Wasser überdeckt sein.

regentonne-02-kleinDie dritte Möglichkeit ist die Haltung als Kübelpflanze. Etliche tropische Seerosen sind von Haus aus klein, aber es ist nicht nötig sich auf diese Sorten zu beschränken. Die Größe der Pflanzen lässt sich nämlich über die Düngerversorgung recht genau steuern. Wir haben bei uns ausprobiert wie klein sich auch große tropische Seerosensorten halten lassen und sind bei Gefäßen in der Größe einer Salatschüssel gelandet. Dazu werden die Seerosen in reinen Sand gepflanzt und erhalten nur ganz geringe Düngermengen. Das Ergebnis ist dann eine Art Bonsai-Seerose.

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Je kleiner das Gefäß, desto größer ist allerdings auch der Pflegeaufwand. Deswegen raten wir von extremen Haltungsformen wie in einer Salatschüssel ab. Stabil und mit geringem Pflegeaufwand sind dagegen Pflanzungen in Gefäße von etwa 60 Litern Inhalt und mehr. Das ist die Größe einer Zinkwanne oder eines Speiskübels. Die Seerose selbst wird in einen Blumentopf mit etwa einem Liter Inhalt gepflanzt, und dieser dann in den Kübel gestellt. Der Kübel benötigt nur einen sonnigen Standort und schon hat man einen mobilen Seerosenteich, der seine Umgebung verzaubert. Im Moment werden spezielle Pflanzgefäße erprobt, die sich über Solarzellen selbst heizen und die Seerosenkultur damit auch ungünstigeren Orten möglich machen. Sobald sie auf den Markt kommen, können Sie sie auch über uns beziehen.

 

 

Wie pflanzt und pflegt man tropische Seerosen?

 

pflanzung-01Die Pflanzung einer tropischen Seerose unterscheidet sich etwas von der einer winterharten Seerose. Zunächst benötigen Sie ein Pflanzgefäß für die Seerose. Es sollte mindestens 1 Liter Inhalt fassen, aber auch nicht zu groß gewählt werden. Durch die Größe des Gefäßes beeinflussen Sie auch die endgültige Größe der Seerose. Je größer der Topf, desto größer kann auch die Seerose werden. Plastikgefäße sind genauso geeignet wie Tonblumentöpfe. Als Substrat hat sich bei uns eine Mischung aus reinem Sand, unserer Mischung für Seerosen und Lotosblumen und einem guten Torfkultursubstrat bewährt. Sand und Torfkultursubstart werden etwa im Verhältnis 3:2 gemischt. Wenn Sie einen Blumentopf mit großem Abzugsloch im Boden verwenden, müssen Sie zunächst das Loch mit einer Keramikscherbe bedecken, damit das Substrat nicht ausgespült wird. Dann wird das Substrat zwei Zentimeter hoch eingefüllt und ein Düngekegel in die Mitte des Topfes gelegt. Danach den Topf zur Hälfte mit Substrat füllen und die Seerose darauf platzieren.pflanzung-02pflanzung-03pflanzung-04pflanzung-05

Im Unterschied zu winterharten Seerosen haben die tropischen Seerosen kein Rhizom, sondern eine Vielzahl von Wurzeln. Die Wurzeln werden auf dem Substrat ausgebreitet, die Pflanze aufrecht gehalten und dann das restliche Substrat über die Wurzeln gestreut bis der Topf gefüllt ist. Danach gut andrücken, denn die Pflanze muss fest im Topf sitzen damit sie nicht aufschwimmt. Damit ist die Pflanzung fertig und der Topf kann vorsichtig in das Becken gestellt werden wo die Seerose ihren Platz bekommen soll. Die Wurzeln, mit denen die Seerose geliefert wurde, lösen sich in den folgenden Wochen auf und werden durch neu gebildete Wurzeln ersetzt. Das ist ein ganz normaler Vorgang und kein Grund zur Besorgnis.

20090604_0747-kleinDie Pflege während des Sommers besteht hauptsächlich darin die Seerose regelmäßig zu düngen und verblühte Blüten und abgestorbene Schwimmblätter zu entfernen. Denken Sie daran, dass Sie über die Düngergaben Größe und Blühfreudigkeit der Seerose steuern. Wenn die Pflanze in einem Kübel steht dürfen Sie nur geringe Düngermengen geben (etwa 1 – 2 Düngekegel während der gesamten Saison). Wenn Sie eine durchschnittliche Größe und gute Überwinterungsknollen haben möchten geben Sie etwa alle zwei Wochen bis drei Wochen einen Düngekegel bis Mitte August, und wenn Sie eine wirklich große und extrem reichblühende Pflanze wollen, dann können Sie sogar wöchentlich düngen. Probleme mit Schädlingen sind bei uns bisher nicht aufgetreten. Sowohl der Seerosenblattkäfer als auch der Seerosenzünsler haben sich bei uns nicht für die tropischen Seerosen interessiert. Lediglich Blattläuse sitzen gelegentlich auf den Knospen, lassen sich aber leicht entfernen, wenn man die Knospe untertaucht und abwischt.

 

Die tropischen Seerosen blühen im Wintergarten bis weit in den Oktober hinein, und im Freiland wenigstens bis Mitte September. Bevor die Wassertemperatur dauerhaft unter 8° C fällt, ist es nötig sich um die Überwinterung zu kümmern. Zunächst stellt sich da die Frage ob es überhaupt sinnvoll ist die Pflanze zu überwintern. In den USA werden tropische Seerosen oft als Sommerblumen behandelt, die man jeden Frühling neu kauft. Das ist für uns ungewohnt, aber denken Sie kurz darüber nach: wir pflegen in unseren Gärten viele Pflanzen, die wir nur eine Saison behalten. Manche sind von Natur aus einjährig, während andere wie Geranien, Fuchsien oder Dahlien zwar theoretisch überwintert werden können, aber oft spart man sich die Mühe und kauft stattdessen im nächsten Frühling neue Pflanzen. Das macht nicht nur weniger Arbeit, es bietet obendrein die Möglichkeit in der nächsten Saison andere Sorten und Farben auszuprobieren.  Eine tropische Seerose kostet etwa so viel wie ein schöner Blumenstrauß. Der Blumenstrauß ist nach einer Woche verblüht, die tropische Seerose blüht dagegen von Juni bis September.

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Wenn Sie sich zur Überwinterung entschließen, dann haben Sie die Möglichkeit zwischen zwei Varianten zu wählen. Die erste Variante ist die Überwinterung der kompletten Pflanze. Davon raten wir ausdrücklich ab. Es ist aufwendig und teuer, und selbst unter optimalen Bedingungen überlebt nur etwa jede zweite Pflanze. Wenn Sie es dennoch probieren wollen, dann müssen Sie den Pflanzen ein beheiztes Becken mit einer Wassertemperatur von über 15° C bieten (über 20° C, wenn die Pflanze auch im Winter blühen soll), und vor allem müssen Sie dafür sorgen, dass das Becken zusätzlich beleuchtet wird. Täglich zwölf Stunden Beleuchtung mit 20.000 Lux sind das Minimum.

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Die wesentlich bessere Variante ist die Überwinterung als ruhende Knolle. Mit dieser Methode überleben über 95 % unserer Pflanzen den Winter, und sie ist einfach und praktisch kostenlos. Alles was Sie dazu brauchen ist ein Schraubglas und eine Sockenschublade im Schlafzimmerschrank. Alle tropischen Seerosen haben die Fähigkeit Knollen zu bilden und als Knollen Extremsituationen wie Überschwemmungen oder Trockenperioden zu überstehen. Eine Seerosenknolle sieht ungefähr aus wie eine kleine Kartoffel, wobei die Größe schwanken kann zwischen Erbsengroß und Faustgroß. So eine Knolle können Sie in ein Schraubglas mit feuchtem (nicht nassem!) Sand stecken, und dann bei kühlen Temperaturen jahrelang aufbewahren. Ideale Temperaturen herrschen meistens im Schlafzimmerschrank, aber es gibt mehr passende Orte im Haus. Licht benötigt die Knolle während der Aufbewahrungszeit nicht. berwinterung-in-der-sockenschublade-klein

Um eine Knolle im Herbst zu erhalten ist es nötig der Pflanze etwas Stress zu bereiten. Am einfachsten hungert man sie dazu aus: kein Dünger mehr ab Mitte August! Aber auch die fallende Wassertemperatur im Herbst kann die Knollenbildung auslösen, ebenso wie ein langsames Absenken des Wasserstandes. Wenn alle Stricke reißen, kann man die Pflanze aus dem Topf nehmen, das Substrat komplett abspülen und die Pflanze dann für ein paar Wochen im beheizten Aquarium schwimmen lassen. In allen diesen Fällen sollte sich dann im Wurzelraum der Seerose eine Knolle bilden, die man von der Pflanze abtrennen und wie beschrieben überwintern kann. knollenbildung-klein

Die Überwinterung im Freiland gelingt in unseren Breiten nur ausnahmsweise. Im ungeheizten Gewächshaus haben wir nach milderen Wintern schon mehrfach tropische Seerosen gehabt, die im folgenden Frühling wieder ausgetrieben haben, aber im Freiland ist das nur in den wärmsten Regionen Mitteleuropas möglich. Ausnahmen gibt es, so hat mir ein alter Teichpflanzengärtner berichtet, dass er in den 1920iger Jahren in Augsburg über mehrere Jahre erfolgreich Nymphaea x daubenyana im Teich gehalten hat. Die Pflanzen erfroren dann aber als ein strengerer Winter kam. winter

Nach der Überwinterung stellt sich die Frage ‚Wie weckt man die Knollen aus der Ruhephase?‘. Wir beginnen damit in der zweiten Märzhälfte, wenn die Tage wieder länger als die Nächte sind. Als Substrat verwenden wir eine Mischung von Sand und Torfkultursubstrat im Verhältnis 4:1. Mit dieser Mischung füllen wir 9er Blumentöpfe (es gehen auch kleine Joghurtbecher), gießen sie gut an und stecken pro Topf eine Knolle hinein. Die Knolle darf nur zur Hälfte im Substrat stecken. Diese Töpfe kommen dann in ein Aquarium, in dem die Wassertemperatur auf 25 – 28 ° C gehalten wird, und das über eine gute Beleuchtung verfügt. Es soll nur so viel Wasser im Aquarium sein, dass die Töpfe zwei bis drei Zentimeter bedeckt sind. Die Knollen beginnen bald mit dem Austrieb und bilden erste Schwimmblätter. Mit dem Wachstum der Pflanzen wird der Wasserstand dann langsam erhöht. Dünger darf in dieser Zeit nur sehr vorsichtig gegeben werden. Etwa sechs Wochen vor dem Umzug ins Freiland werden die Pflanzen in ihre endgültigen Töpfe gesetzt, so als würde man neu erworbene Seerosen einsetzen. Oft bildet sich mehr als eine Pflanze auf einer Knolle, diese kann man zu diesem Zeitpunkt abnehmen.

nymphaea-texas-shell-pink-25-06-07-01-kleinUnsere Pflegeanleitung beschreibt die Pflege der tagblühenden tropischen Seerosen. Bei den anderen tropischen Seerosen gibt es Abweichungen zu diesem Verfahren. Die Pflege der Nachtblüher ist praktisch identisch, nur möchten sie zwei bis drei Grad höhere Wassertemperaturen. Bei einigen Sorten kann es zur Zeit der Sommersonnenwende zu einer Blühpause kommen. Als tropische Pflanzen sind sie daran gewöhnt, dass rund um das Jahr Tag und Nacht jeweils zwölf Stunden lang sind. Wenn bei uns die Nächte deutlich kürzer als die Tage sind, kommen manche Sorten aus dem Tritt und stellen das Blühen für kurze Zeit ein. Der Effekt tritt umso deutlicher auf, je weiter im Norden man sich befindet.

 

 

 

 

 

 

 

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