Canna `Bengal Tiger` - Canna
 
 
 
 

Canna `Bengal Tiger` - Canna

von: Nymphaion

Bestell-Nr.: H161

 

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Produktinformationen "Canna `Bengal Tiger` - Canna"

Pflanzabstand 50 - 60 cm
Pflanzenhöhe 80-120 cm
Lieferqualität 9er Topf
Synonyme Canna generalis `Aureostriata`; Canna `Pretoria`
Familie Cannaceae
Wasserbedarf feucht bis sumpfig
Nährstoffbedarf hoch
Geselligkeit in kleinen Trupps setzen
Blütezeit Juli bis August
Bodenreaktion leicht sauer bis leicht alkalisch
heimisch nein
Blütenfarbe orange
Lichtbedarf sonnig
Winterhärtezone Z8

Alle Pflanzen haben eine Geschichte, diese Canna hat sogar ein Drama in fünf Akten, und es geht so:

Erster Akt. Ort der Handlung: Bengalen/Indien. Zeit: um 1950

Sydney Percy-Lancaster, Sektretär der Agri-Horticultural Society of India übergibt eine neue Canna-Züchtung der Öffentlichkeit und benennt sie `Bengal Tiger`. Percy-Lancaster war seit 1902 bei der Society angestellt und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters. Den Großteil seines Lebens widmete er der Zucht neue Canna-Sorten und baute die Alipore Canna Collection auf. Er war einer der wenigen Briten, die nach der Unabhängigkeit in Indien blieben. Das Gerücht dass `Bengal Tiger` eine durch Bestrahlung verursachte Mutation der Sorte `Wyoming` sei, dürfte wirklich nur ein Gerücht sein. Diese Behauptung gibt es bei vielen Pflanzensorten, und nirgends hält sie einer Überprüfung stand.  

Zweiter Akt. Ort der Handlung: Südafrika. Zeit: 1959

Auftritt Alick Percy-Lancaster, Sohn von Sydney Percy-Lancaster. Er übt Druck auf seinen Vater aus ihm nach Rhodesien zu folgen. Vater Percy-Lancaster war bereits im Rentenalter, arbeitete aber weiterhin für den Nationalen Botanischen Garten Indiens in Lucknow, wo er auch gedachte seinen Lebensabend zu verbringen. Da der Rest der Familie sich in Rhodesien angesiedelt hatte, gab er dem Druck nach und übersiedelte mit seiner Frau auch dorthin. Im Gepäck befanden sich sämtliche Sorten der Alipore Canna Collection. Nur zwei Jahre später sind Sohn und Ehefrau gestorben, und Sydney Percy-Lancaster geht zurück nach Indien, wo er den Rest seines Lebens verbringt und sich weiter der Pflanzenzucht widmet. Die Canna-Pflanzen bleiben in Rhodesien, da in Indien die Originalsammlung noch existiert.

Dritter Akt. Ort der Handlung: Südafrika / Indien / USA Zeit: 1963 und 1969

Die Cannas in Rhodesien wachsen weiter, und sie finden dort ihren Weg in viele Gärten und Gärtnereien. Allerdings kümmert sich niemand um die Namen der Sorten, bzw. sie werden willkürlich umbenannt. Mindestens zweimal wird `Bengal Tiger` dort von amerikanischen Gärtnern `entdeckt` und ohne Originalname in die USA importiert. Nach der Herkunft erhält sie dort den Namen `Pretoria`. Einmal soll die Sorte auch direkt aus Indien in die USA gebracht worden sein.

Vierter Akt. Ort der Handlung: USA / Singapur Zeit: ca. 1970 - ca. 1995

`Pretoria` wird zu einer am weitesten verbreiteten Canna-Sorte in den USA. Von dort findet sie ihren Weg auch zu einer Exportgärtnerei in Singapur, die damit beginnt die Sorte weltweit zu vermarkten

Fünfter Akt. Ort der Handlung: USA Zeit: ca. 1996

In der amerikanischen Gärtnerei Plant Delights wird die Herkunft der Sorte `Pretoria` überprüft, und man entdeckt, dass es in Wahrheit um die Sorte `Bengal Tiger` handelt. Das Wissen darüber breitet sich Dank des Internets schnell aus.

Komisches Nachspiel. Ort der Handlung: Großbritannien Zeit: 2002

Auftritt Royal Horticultural Society. Sie führt in den Jahren bis 2002 einen großen Freilandversuch mit vielen Canna-Sorten durch. Am Ende erhält die Sorte `Bengal Tiger` einen Award of Garden Merit und wird gleichzeitig zu identisch mit der Sorte `Striata` erklärt. `Striata` ist aber eine wesentlich ältere Sorte aus dem Jahr 1868. Sie ist immer noch in Kultur. Wenn man beide Sorten nebeneinander sieht, werden die Unterschiede sofort augenfällig. Dennoch hält die RHS daran fest, dass beide Sorten identisch und der einzig korrekte Name `Striata` sei. In Indien hört man es in einem Grab rotieren ...

Nach dieser langen Geschichte jetzt ein paar Fakten zu den Eigenschaften von `Bengal Tiger`. Der Name bezieht sich auf die grün-gelb gemusterten Blätter, die obendrein einen dünnen kastanienbraunen Rand haben. Die Blüten sind orange, und sie haben die schöne Eigenschaft dass man verblühte Blüten nicht abzupfen muss, sondern dass sie zuverlässig abfallen wenn sie verblüht sind. Die Pflanze kann mit viel Bewässerung im normalen Boden wachsen, aber man kann sie auch nass bis überschwemmt im flachen Wasser halten. 

 

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