- Teichbau

 

Gartenteiche sind die am weitesten verbreitete Möglichkeit um Wasserpflanzen zu halten. Wahrscheinlich hat Sie der Wunsch nach einem Gartenteich auf unsere Internetseite gebracht. Bei der Form des Gartenteichs sind Ihnen nahezu keine Grenzen gesetzt - bei der Gestaltung der Pflanzbereiche sollten Sie sich aber an die Vorgaben der Natur halten, denn die Pflanzen brauchen bestimmte Bedingungen zum Gedeihen. Eine große Rolle spielt hier die Wassertiefe.

 

Die Wahl des Baumaterials 

 

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe verschiedener Materialien um einen Gartenteich anzulegen. Wir empfehlen Ihnen die Teichfolie, denn sie ist kostengünstig und leicht zu verarbeiten. Trotzdem hier ein Überblick über die anderen Materialien, die zur Verfügung stehen:

 

Der Naturteich aus Lehm

Klingt gut und einfach, ist aber schwierig zu realisieren. Lehm dichtet nur dann ab, wenn er in ziemlicher Dicke (mindestens 50 Zentimeter!) verlegt wurde und dann stark verdichtet wurde. Aber selbst dann verliert der Teich immer noch etwas Wasser - kein Problem, wenn ständig Wasser von einer Quelle oder einem Bach nach fließt. Aber wer hat schon diese Möglichkeit in seinem Garten? Sollte der Lehm jemals austrocknen, bilden sich Haarrisse, die kaum mehr abzudichten sind. Unser Fazit: Lehm ist nur etwas für wirklich große Teiche mit natürlichem Zulauf. Die Arbeit mit Lehm ist eine Schinderei und muss unbedingt mit Maschinen gemacht werden.

Der Gartenteich aus Beton

Diese Möglichkeit ist bei uns ziemlich aus der Mode gekommen, in anderen Ländern aber immer noch gebräuchlich. Betonteiche sind sehr dauerhaft. Überlegen Sie sich gut, wo Sie den Teich haben möchten, denn ohne schweres Gerät bekommen Sie ihn später nicht mehr weg! Wenn Sie einen Teich aus Beton bauen wollen, sollten Sie Erfahrung mit dem Material haben. Das gilt besonders für größere Teiche, denn sie brauchen unbedingt eine Armierung aus Baustahl. Betonteiche und gemauerte Teiche bieten sich vor allem für Teiche mit architektonischen Formen an. Eine Besonderheit dieses Baustoffs ist sein hoher Kalkgehalt. Bevor Sie zum ersten Mal Pflanzen oder gar Fische einsetzen, müssen Sie das Wasser mehrfach gewechselt haben. Auch dann ist der Kalkgehalt im Wasser dauerhaft hoch und kann verstärktes Algenwachstum bewirken. 

Der Gartenteich aus Bitumenpappe 

Diese Möglichkeit kennen wir nur aus der Theorie, und auch das nur sehr ungenau. Die Methode muss in den 50er Jahren verbreitet gewesen sein und noch lange Zeit danach in der ehemaligen DDR. Bitumenpappe ist ein billiger Baustoff - aber er ist spröde und reißt leicht. Wie kann man mit ihm eine Teichgrube auskleiden? Vielleicht haben Sie Erfahrung mit dieser Methode? Wenn ja, dann schicken Sie uns bitte eine Nachricht. Was wir von Ihnen erfahren, werden wir gern an dieser Stelle veröffentlichen. 

Der Gartenteich aus Glasfibermatten 

 

Ein leichter und dauerhafter Baustoff - nur leider furchtbar teuer. Bei dieser Methode wird die Teichgrube mit mehreren Lagen Glasfibermatten ausgelegt, die dann mit einem flüssigen Kunststoffharz getränkt werden. Auf diese Weise entsteht eine stabile Kunststoffschale, die dem Untergrund perfekt angepasst ist. Der ausgehärtete Kunststoff reagiert nicht mit dem Wasser. Beim Bau des Teiches werden aber große Mengen Lösemittel freigesetzt, das Einatmen der Kunstharzdämpfe ist der Gesundheit nicht unbedingt förderlich. 

Fertigteiche aus Kunststoff 

Das klingt wie der einfachste Weg zum eigenen Teich. Wir haben ein paar Einwände: erstens gefallen uns die meisten Fertigteiche nicht. Sie wachsen nicht richtig ein und bleiben auch nach vielen Jahren noch Fremdkörper im Garten - aber das kann ja auch gewollt sein. Der zweite Einwand ist wichtiger: der Einbau ist kompliziert. Es reicht nicht, einfach ein Loch von der entsprechenden Größe auszuheben. Das Loch muss die Negativform des Teiches sein, die Schale muss genau in das Loch passen ohne dass Hohlräume darunter entstehen. Wenn der Teich gefüllt wird, lastet ein enormes Gewicht auf dem Boden und den Wänden. Ist ein Hohlraum dahinter, so kann der Teich an dieser Stelle brechen, vor allem wenn jemand in den Teich steigt. Fertigteiche gibt es nur bis zu einer bestimmten Größe. Die Teichschalen werden dann zu groß und schwer um sie noch transportieren zu können. 

Andere Materialien 

Immer wieder werden neue Materialien für den Teichbau auf den Markt gebracht. Von den meisten hört man bald nichts mehr - es bleibt offen ob zu Recht oder Unrecht. Lassen Sie es uns wissen, wenn Sie gute Erfahrungen mit einer solchen neuen Methode gemacht haben (oder auch mit einer alten, die wir hier nicht aufgeführt haben). Tipps geben wir gern an die anderen Teichfreunde weiter. 

Der Gartenteich aus Folie 

Das ist unser Favorit für Selbstbauer. Mit Folie sind den gestalterischen Möglichkeiten nur noch wenig Grenzen gesetzt, selbst komplizierte Teichformen lassen sich damit verwirklichen. Folie ist ein relativ preisgünstiges Baumaterial und auch von Laien gut zu verarbeiten. Wenn Sie Ihren Teich eines Tages wieder entfernen möchten, ist das bei einem Folienteich viel leichter möglich als bei einem Teich aus Beton oder Lehm. Deswegen geben wir hier eine Kurzbeschreibung, wie damit ein Teich gebaut wird. Bitte lesen Sie noch ein Buch zum Thema, denn unsere Kurzbeschreibung allein reicht nicht aus! 

   

Die Form des Gartenteichs 

Zuerst müssen Sie die Form Ihres Gartenteiches festlegen. Mit Folie sind Sie bei der Formgebung sehr frei, wenn Sie allerdings sehr viele Buchten und Biegungen einplanen, dann müssen Sie die Folie oft in Falten legen, und es wird schwieriger die benötigte Foliengröße zu ermitteln. 

Die einfachste Teichform ist ein kreisrundes Loch. So ein Loch kommt in der Landschaft normalerweise nicht vor, außer bei Vulkanausbrüchen, Meteoriteneinschlägen und Bombenkratern. Das Problem an dieser Form ist, dass Sie mit einem Blick den ganzen Teich gesehen haben. Egal von welcher Seite Sie an den Teich heran treten, er sieht immer gleich aus. Der Teich wird damit schnell langweilig.

 

 

 

Das gilt auch für alle anderen geometrischen Grundformen: Ovale, Quadrate, Rechtecke, Dreiecke und regelmäßige Vielecke wirken schnell langweilig und bringen keine Spannung in die Anlage des Gartens. 

Interessant wird ein Teich dann, wenn er von verschiedenen Standorten aus immer nur zum Teil einsehbar ist. Also bieten sich Winkelformen an, die auch mehr oder weniger geometrisch gestaltet werden können. 

Die Uferlinie wird auf diese Weise deutlich länger, und das ist von großem Vorteil. In der Natur gibt es den so genannten ‘Grenzlinieneffekt’: wo zwei unterschiedliche Lebensräume aneinander stoßen herrscht die größte Artenvielfalt. Beim Teich ist die Uferlinie die Grenzfläche zwischen den Lebensräumen ‚Wasser’ und ‚Land’. Natürlich kann man es auch übertreiben mit den Buchten und Biegungen. Dann wird es technisch schwierig zu bauen und das Ergebnis ästhetisch unbefriedigend. In einem Roman von Terry Pratchett taucht der unglaublich untalentierte Landschaftsarchitekt Bloody Stupid Johnson auf. Eine seiner Meisterleistungen besteht in einem äußerst kompliziert geformten Teich von 2 Kilometern Länge und 10 Zentimetern Breite. Darin lebt eine einzige Forelle, die sich wegen der geringen Breite nicht umdrehen kann. Aus diesem Grund ist an jedem Ende des Teichs ein Diener postiert, der die Forelle wendet, sobald sie an einem Ende angekommen ist. Wir schlagen vor, Sie wählen eine etwas einfachere Teichform. 

Planen und Graben 

Haben Sie sich für eine Form entschieden, dann markieren Sie den Umriss des Teichs mit Sägemehl oder einem Seil an seinem tatsächlichen Platz. Jetzt haben Sie die Möglichkeit noch etwas zu ändern. Wie wirkt der Teich hier? Ist die Form zu groß oder zu klein? Passt alles, dann beginnt das Graben. Zunächst wird der Markierung entlang mit einem Spaten der Umriss des Teichs ausgestochen. Das ist zur Orientierung nötig, denn die ausgestreute Markierung ist beim Arbeiten nach kürzester Zeit nicht mehr erkennbar. Danach muss die Teichgrube selbst ausgehoben werden. Bei einem größeren Teich empfiehlt sich der Einsatz eines Minibaggers, denn es handelt sich um Schwerarbeit. Können Sie keinen Minibagger auftreiben, versuchen Sie Freunde und Verwandte zu versklaven. 

Wie tief muss der Teich werden? 

Für einen normalen Gartenteich sind 80 - 100 cm ausreichend. Sollen keine Fische im Teich überwintern, dann reicht auch die Hälfte dieser Tiefe. Wirklich tief muss der Teich nur dann sein, wenn Sie Koi-Karpfen halten wollen (etwa 2 Meter tief) - aber ein Koi-Teich ist eine Wissenschaft für sich und benötigt einigen technischen Aufwand (falls Sie einen Koi-Teich bauen möchten, sollten Sie unbedingt die entsprechenden Tipps im Forum anschauen). 

Wichtiger als die Tiefe ist der Querschnitt der Grube. Vermeiden Sie unbedingt Steilufer, denn an ihnen kann man nichts pflanzen und sie sind eine Gefahrenquelle für Mensch und Tier. Schaffen Sie Zonen unterschiedlicher Tiefe, damit Sie geeignete Pflanzbereiche bekommen für die von Ihnen ausgewählten Pflanzen. Die fertig ausgehobene Grube müssen Sie dann noch glätten und alle spitzen Steine und Wurzeln entfernen. 

Die Kapillarsperre 

Kapillare werden die Haarfeinen Hohlräume im Erdboden genannt. Durch sie wird Feuchtigkeit im Boden transportiert und erst dadurch wird er fruchtbar. So wichtig die Kapillare für das Wachstum der Pflanzen sind, so störend können sie für den Gartenteich werden. An der Stelle wo das Wasser des Teichs den gewachsenen Erdboden berührt beginnen die Kapillare ihre Arbeit und transportieren das Wasser des Teichs nach draußen. Es ist der selbe Effekt der eintritt wenn Sie ein Stück Küchenrolle in ein Glas Wasser halten: die Küchenrolle saugt das Wasser aus dem Glas heraus. Im Gartenteich kann der Wasserverlust durch den Kapillareffekt ganz gewaltig sein. Es ist nicht nur teuer täglich Wasser nachfüllen zu müssen, mit dem frischen Wasser werden auch jedes Mal Nährstoffe eingetragen und die Temperatur im Teich sinkt ab. Aus diesem Grund braucht jeder Teich eine Kapillarsperre, die diesen Effekt unmöglich macht. Sie entsteht dadurch, dass die Teichfolie am Rand nicht flach ausläuft sondern senkrecht in die Höhe gezogen wird und einige Zentimeter über die Erdoberfläche hinaus ragt. Meistens wird die Folie dann mit Steinen kaschiert, aber es gibt auch andere Gestaltungsmöglichkeiten. Die große Lösung führt die Folie durch einen den Teich umgebenden flachen Graben und erst wieder nach oben. Hier kann die Kapillarwirkung nur auf den umlaufenden Graben einwirken und nicht auf den Teich selbst. 

Wie viel Folie brauche ich? 

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um den Folienbedarf zu ermitteln. Dazu nehmen Sie eine Schnur und legen Sie sie an der längsten und an der breitesten Stelle durch die Teichgrube. So bekommen Sie die nötige Länge der Folie (runter, durch die Grube, und wieder rauf). Addieren Sie je einen Meter dazu, damit die Folie sicher reicht und noch genug übrig ist um den Rand gestalten zu können. 

Im Handel wurden bisher im Wesentlichen zwei Sorten Folien angeboten: PE-Folien und PVC-Folien. Die wesentlich haltbarere EPDM-Folie wird erst seit wenigen Jahren in Deutschland angeboten. 

PE-Folien sind billig, aber für Teiche eigentlich nicht geeignet. Sie werden schnell brüchig und können nicht repariert werden. Sie lassen sich auch nicht verkleben. Nichtsdestotrotz werden Sie in Gartencentern und Baumärkten als Teichfolien verkauft. Sie erkennen sie daran, dass sie hart und wenig flexibel sind. Mit diesen Folien können Sie sehr gut ein Sumpfbeet anlegen (jede teurere Folie wäre da eine Verschwendung, denn das Sumpfbeet soll nicht dicht sein), aber keinen Teich. 

Besser geeignet sind PVC-Folien. Sie sind deutlich teurer, sind aber ihren Preis wert. PVC-Folien sind immer weich und fühlen sich gummiartig an. Sie sind UV-Stabilisiert und überdauern etliche Jahrzehnte. Normalerweise bekommen Sie zehn bis fünfzehn Jahre Garantie auf diese Folien. Wenn Sie ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, dann kaufen Sie eine PVC-Folie in Sandwichtechnik. Es kann bei der Produktion immer einmal vorkommen, dass es eine Schwachstelle in der Folie gibt. Bei der Sandwichtechnik werden zwei oder drei Folien aufeinander geklebt, so sind Schwachstellen durch die darüber liegenden Folien gedeckt. Eine solche Folie können Sie leicht an ihrem Rand erkennen, die einzelnen Lagen sind deutlich sichtbar. Der große Nachteil der PVC-Folien wird erst deutlich wenn sie einmal entsorgt werden müssen, denn bei der Verbrennung werden die darin enthaltenen Schadstoffe freigesetzt. 

Die besten Folien für Gartenteiche sind in Deutschland erst seit wenigen Jahren erhältlich, in anderen Ländern und im Profi-Teichbau sind sie dagegen seit langem Standard für Folienteiche. Es handelt sich um Folien aus EPDM bzw. Butyl, einer Art künstlichem Gummi. Das Material dehnt sich, altert kaum, ist giftfrei und überdauert auch tiefe Temperaturen ohne Schaden. In einer Stärke von 0,8 mm sind sie nahezu unverwüstlich, allerdings nochmals teurer als gleich starke PVC-Folien. In der Regel bekommen Sie eine Garantie von 20 Jahren auf diese Folien. 

Einen zusätzlichen Schutz für die Folie bieten Sand und Vlies. Bedecken Sie den Boden der Teichgrube mit einer fünf Zentimeter dicken Sandschicht, und legen Sie darüber ein oder zwei Lagen Teichvlies. 

So kommt die Folie in den Teich 

Wählen Sie zum Verlegen der Folie unbedingt einen warmen Tag aus. Die Folie ist dann flexibler und leichter zu verlegen. Folie ist schwer, ab einer gewissen Größe brauchen Sie zum Auslegen unbedingt Helfer! Die Folie wird zusammengefaltet und aufgerollt geliefert (falls Sie eine besondere Form benötigen, lassen Sie die Folie von einem Spezialbetrieb maßanfertigen. Ohne Erfahrung ist es nicht leicht eine Folie selbst so zu kleben dass sie auch hundertprozentig dicht ist), rollen Sie die Folie ab, und legen Sie die zusammengefaltete Folie quer durch die Teichgrube. Normalerweise wird die Folie länger als breit sein, deswegen liegt sie jetzt der Länge nach in der Teichgrube. Jetzt können Sie die Folie entfalten, indem Sie sie nach beiden Seiten ziehen. Liegt die Folie richtig, dann müssen Sie etwas Wasser in den Teich füllen (auf den Moment haben Sie doch gewartet, oder?). Das Gewicht des Wassers fixiert die Folie in der Grube. Ein paar Zentimeter Wasserstand reichen aus. Füllen Sie nicht zuviel ein, denn die Folie muss jetzt noch ausgeglichen werden. Die Folie ‚sitzt’ richtig, wenn an allen Seiten noch zirka 50 Zentimeter Folie übersteht. Jetzt müssen Sie noch die Falten schön drapieren (sie sind kein Problem, denn in den Falten werden sich viele Wassertiere mit Vorliebe aufhalten), und der Teich kann eingelassen werden. 

Ganz wichtig: die richtige Ufergestaltung 

Was jetzt noch fehlt, ist der Abschluss des Ufers. Bestimmt haben Sie schon Teiche gesehen, bei denen am Ufer auf ganzer Länge die Folie sichtbar war. Schön sieht das nicht aus, und obendrein ist die Folie dort der UV-Strahlung ausgesetzt und besonders empfindlich. Es gibt verschiedene Techniken, um das Ufer besser zu gestalten. Die Folie muss auf jeden Fall abgedeckt werden (mit Steinen, Platten, Ufermatten oder Jutebahnen). 

Das wär’s in Kurzform. Aber wie gesagt: bitte informieren Sie sich vor dem Bau genauer. Lesen Sie vor dem Bau erst einmal ein Buch (am besten eines von der Sorte in der es mehr Text als Bilder gibt, schließlich brauchen Sie für Ihre Arbeit Information und nicht Dekoration).  

 

 

 

 

 

 

 

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