- Rund um den Teich

 

 

Ein Gartenteich wirkt umso besser, je mehr er in seine Umgebung eingebunden wird. Liegt ein Teich mit natürlichen Formen isoliert in einer kurz geschnittenen Rasenfläche, und hört schlagartig an seiner Kante auf, dann wirkt das nicht sehr natürlich und sieht auch optisch nicht befriedigend aus. Umgekehrt wirkt ein Teich mit architektonischen Formen in einer ‚natürlichen’ Umgebung auch nicht. Teich und Umfeld müssen zueinander passen, und die Gestaltungselemente müssen ineinander übergehen oder auf eine andere Art miteinander in Beziehung treten. Ein paar Vorschläge was Sie um den Teich herum gestalterisch machen können, haben wir hier für Sie gesammelt. 

 

 

Der Steingarten 

 

Beim Anlegen des Teichs fällt eine große Menge Aushub an. Anstatt ihn irgendwo im Garten zu verteilen oder gar teuer abtransportieren zu lassen, kann man ihn auch verwenden um direkt neben dem Teich einen Steingarten anzulegen. Die Kombination aus großen Steinen und Wasserfläche sieht schon für sich allein sehr schön aus. Ein Steingarten ist aber auch ideal für Pflanzensammler, denn auf kleinem Raum lassen sich hier viele Pflanzenschätze unterbringen die an anderen Stellen optisch untergingen oder von ihren Nachbarn überwuchert würden. 

 

 

Der Steingarten mit Bachlauf 

Noch interessanter wird es aber wenn in den Steingarten ein Bachlauf integriert wird. Das Wasser dafür kommt über eine Pumpe aus dem Teich, wird zum höchsten Punkt des Steingartens transportiert und fließt von dort über mehrere Stufen wieder zurück in den Teich. Wichtig ist, dass der Bachlauf aus einer Serie von kleinen Becken ohne Gefälle besteht und nicht aus einem einzigen langen Becken mit Gefälle. So ein langes Becken würde einfach leer laufen sobald die Pumpe ausgeschaltet wird. Die kleinen Becken bleiben dagegen voll wenn die Pumpe nicht läuft, sie hören lediglich damit auf ins jeweils tiefer gelegene Becken überzulaufen. Was wir im Steingarten anlegen ist also eher eine Art gestufter Wasserfall. Im Spritzwasserbereich dieses Wasserfalls ist es möglich eine große Zahl sonst heikler Pflanzen zu beherbergen. 

Der Bachlauf 

Es gibt zwei Möglichkeiten einen Bachlauf anzulegen. Die einfachste ist ein Pseudobachlauf in dem das Wasser nicht in Bewegung ist. Das ist dann in Wirklichkeit nur ein langer, schmaler und gewundener Teich. Wichtig ist dass er keinerlei Gefälle hat, er muss genau wie ein Teich angelegt werden. Optisch macht er aber trotzdem den Eindruck eines Bachlaufs, vor allem wenn er scheinbar an einer Seite des Teichs entspringt und sich dann durch den Garten schlängelt. Die ‚Austrittsstelle’ aus dem Teich wird mit einem kleinen Steg überbrückt, dann kann niemand sehen dass darunter gewachsene Erde ist und der Bach überhaupt keine Verbindung zum Teich hat. Wenn Sie die Ufer dieses Bachs mit Sumpfpflanzen gestalten können Sie sehr schöne  Effekte erzeugen. 

Schwieriger ist es einen echten Bachlauf anzulegen in dem Wasser fließt. Dieser Bach braucht ein Gefälle, aber er muss in eine Reihe Einzelbecken aufgeteilt sein, die in sich kein Gefälle haben. Zwischen den Becken liegt dann jeweils eine kleine Stufe über die das Becken in das nächste tiefer gelegene überlaufen kann. Der Höhenunterschied kann ganz gering sein. Es reicht wenn das folgende Becken wenige Zentimeter tiefer liegt. Der Sinn dieser Aufteilung in Einzelbecken liegt darin, dass der Bach nicht auslaufen soll sobald die Pumpe ausgeschaltet wird. 

Ein solcher Bach braucht immer einen Ursprung und eine Mündung. Entweder entspringt er irgendwo neben dem Teich und fließt über mehrere Becken in den Teich zurück. Das ist einfach zu realisieren, Sie können sogar etwas das Gelände modellieren um das nötige Gefälle zu gewinnen (damit nähern Sie sich schon dem Steingarten mit Bachlauf an). Die ‚Quelle’ kann sehr unterschiedlich gestaltet werden, sie kann ein kleiner Quelltümpel sein, ein (Mühl-)Stein aus dem Wasser fließt, ein überlaufenden Brunnen und vieles andere mehr. Der Wassertransport zur ‚Quelle’ erfolgt immer mit einer Pumpe und Schlauch aus dem Teich heraus. Zurück in den Teich kommt das Wasser ganz einfach durch den letzten Überlauf. 

Der Bach kann aber auch scheinbar der Abfluss des Teiches sein und irgendwo im Garten wieder ‚versickern’ oder sonst wie verschwinden. In diesem Fall brauchen Sie zwei Pumpen und wieder einen Steg zur Tarnung. Der Steg überdeckt wieder die Stelle zwischen Teich und Beginn des Bachlaufs, darunter ist der Schlauch montiert durch den Wasser aus dem Teich in den Bachlauf gepumpt wird. Optisch entsteht der Eindruck der Teich würde unter dem Steg hindurch in den Bach überlaufen. Wie gehabt schlängelt sich der Bach in einer Serie Einzelbecken durch den Garten bis er irgendwo wieder verschwinden muss. Er kann zwischen Steinen versickern, in einem kleinen Becken münden oder scheinbar unter einer Mauer hindurch aus dem Garten hinaus fließen. In allen diesen Fällen ist das Ende des Bachlaufs aber ein Becken mit einer darin versteckten Pumpe, die das Wasser zurück zum Gartenteich transportiert. Technisch bezeichnet man so ein Becken als ‚Schluckbrunnen’. Ein Bachlauf mit bewegtem Wasser kann genauso wie ein Pseudobachlauf bepflanzt werden, bei ihm kommt als zusätzlicher Reiz noch die Bewegung des Wassers hinzu. 

Der Wassergarten 

Gartenteiche verfügen über ein sehr hohes Suchtpotential, denn sie bringen Tiere und Pflanzen in den Garten die faszinierend zu beobachten sind. Sehr oft folgt daher dem ersten Teich bald ein zweiter oder der erste wird durch einen größeren ersetzt. Im Umfeld des Teiches kann man weitere Feuchtgebiete anlegen, eine nasse Wiese, eine feuchte Wiese oder ein Moor. Geschickt miteinander kombiniert machen sie den Eindruck keine separaten Anlagen zu sein sondern mit dem Teich in Verbindung zu stehen. Auch wenn noch ein weiterer Teich gebaut wird kann man ihn als Teil des bestehenden wirken lassen. Das Extrem habe ich einmal in einem Reihenhausgarten gesehen der scheinbar ein einziger großer Teich war durch den man über diverse Stege und Trittsteine gehen konnte. In Wirklichkeit waren es viele kleine Teiche die nacheinander angelegt worden waren. Die Stege und Trittsteine verdeckten die Stellen, an denen die Teiche nicht miteinander verbunden waren. Der Eindruck dieser Anlage war absolut unglaublich und überwältigend. Wahrscheinlich war es auch der pflegeleichteste Garten weit und breit, denn für den Rasenmäher gab es nichts mehr zu tun. 

Staudenbeete 

Stauden sollten das Rückgrat jeden Gartens bilden. Sie sind pflegeleichte, dauerhafte Pflanzungen und geben dem Garten Struktur, Form und Farbe. Mit Staudenbeeten kann man ganz hervorragend Verbindungen vom Teich zum Rest des Gartens schaffen, dem Teich einen Hintergrund geben, oder ihn thematisch fortführen. Vom Teich könnte z.B. ein Beet mit Wildstauden hinüberführen zu Ihrem Sitzplatz oder zu einer größeren Staudenanlage. Wenn Sie von Ihrer Terrasse aus zum Teich schauen und dahinter sofort die Rückwand einer Garage sehen, dann können Sie vor die Garage hohe Stauden pflanzen und sie so optisch verschwinden lassen. Wenn Sie Ihren Teich so bepflanzt haben, dass alle Blumen dort Ihre Lieblingsfarbe tragen, dann können Sie dieses Farbschema mit Stauden auch in den übrigen Teilen des Gartens weiterführen. Stauden können Räume im Garten schaffen, sie können verdecken oder im Gegenteil den Blick auf bestimmte Orte lenken. Die Möglichkeiten damit zu gestalten sind schier unbegrenzt. 

Kiesgarten und Pseudo-Sumpf 

Manchmal ist es nicht möglich oder nicht erwünscht neben dem Teich weitere feuchte Bereiche zu schaffen. Trotzdem kann man mit Pflanzen Anlagen schaffen die den Eindruck erwecken auf feuchtem Grund zu wachsen obwohl er in Wirklichkeit trocken ist. Wir nennen so eine Anlage bei uns einen Pseudo-Sumpf. Typisch für viele Sumpfpflanzen sind schwertförmige oder pfeilförmige Blätter. Auch Gräser und Schilfarten erwecken sofort den Eindruck von feuchtem Boden. Es gibt aber eine ganze Reihe Pflanzen die nur äußerlich wie Sumpfpflanzen aussehen und im feuchten Boden gar nicht überleben würden. Zunächst sind hier etliche Schwertlilien zu nennen, aber auch Taglilien oder Dreimasterblumen sehen nur so aus als würden sie feuchten Boden benötigen. Chinaschilf wirkt üppig wie echtes Schilf, braucht es aber ebenfalls trocken. Die Reihe solcher Pflanzen ließe sich noch lange fortsetzen. Aus ihnen allen kann man neben dem Gartenteich auf dem trockenen Land eine Anlage schaffen, die den Teich scheinbar mit einer Sumpfzone erweitert. 

Ganz interessant sind auch Kiesgärten in Verbindung mit einem Teich. Kiesgärten kommen erst in den letzten Jahren langsam bei uns in Mode. Es sind Anlagen aus trockenheitsresistenten Pflanzen (Steppen- und Präriepflanzen und viele Gräser) auf schotterigem Boden mit gutem Wasserabzug. Die Oberfläche wird in Kiesgärten komplett mit Kieselsteinen in verschiedenen Größen abgedeckt, die Pflanzen stehen in kleinen Gruppen und es ist viel blanker Kies zu sehen. Von der Beschreibung her wird klar dass diese Anlagen sehr den Kiesbänken an größeren Flüssen ähneln. Deswegen lassen sie sich auch gut mit einem Teich kombinieren. 

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