- Pflanzzonen

Ein bisschen Theorie vor der Pflanzenauswahl 

Wozu soll Theorie beim Anlegen eines Gartenteichs nötig sein? Ganz einfach: ein Teich muss ‚funktionieren’ wenn er Freude machen soll, und wir haben schon zu viele Teiche gesehen, die einfach nicht ‚funktionieren’ konnten und ihren Besitzern viel Ärger und wenig Freude gemacht haben. Meistens liegt der Fehler darin, dass die Bedürfnisse der Pflanzen nicht berücksichtigt wurden. Es wächst eben nicht alles überall. Einen Kaktus kann man beim besten Willen nicht gemeinsam mit einer Seerose pflanzen, und andere Pflanzen entwickeln unter bestimmten Umständen eine solche Wuchskraft, dass sie alle anderen Pflanzen um sich herum verdrängen. 

Natürliche Gewässer haben eine sehr strenge Einteilung in unterschiedliche Lebensräume. Sie hängt vor allem von der Wassertiefe ab, bzw. vom Grad der Bodenfeuchtigkeit an Land. 

Da wäre zunächst einmal in der Mitte eines Sees der Freiwasserbereich. Ihn gibt es eigentlich nur in Seen. Hier ist das Wasser so tief, dass keine Pflanzen mehr zur Oberfläche wachsen können. Aus diesem Lebensraum gibt es die wichtigen Unterwasserpflanzen für den Gartenteich. Sie verbrauchen überschüssige Nährstoffe, versorgen das Wasser mit Sauerstoff und sorgen so für das biologische Gleichgewicht im Teich. 

 

Darauf folgt die Schwimmblattzone. Das Wasser ist hier ein bis 1,5 Meter tief. Das entspricht der tiefsten Stelle Ihres Gartenteichs. Normalerweise dringt hier das Sonnenlicht bis zum Grund des Teichs. Deswegen leben hier sowohl Unterwasserpflanzen als auch solche die zwar am Grund wurzeln, aber mit ihren Blättern trotzdem die Wasseroberfläche erreichen (zum Beispiel die Seerosen). Andere Pflanzen verzichten darauf sich im Untergrund zu verankern und schwimmen frei an der Oberfläche (zum Beispiel der Froschbiss). In der Schwimmblattzone finden diese frei schwimmenden Pflanzen Halt zwischen den anderen Pflanzen, auf der Freifläche eines Sees dagegen können sie sich nicht halten.  

 

Im noch flacheren Wasser finden wir die Röhricht- und Seggenzone. Hier leben Pflanzen, die im Boden verankert sind, und ihre Blätter und Blüten weit über die Wasseroberfläche hinausheben. Im Gartenteich fasst man beides zusammen und spricht von der ‘Sumpfzone’. Die Wassertiefe liegt hier zwischen ‘knapp mit Wasser bedeckt’ und maximal vierzig Zentimetern. In der Sumpfzone darf der Wasserspiegel auch saisonal schwanken. In der Natur sind es die Pflanzen gewöhnt dass sie im Hochsommer oft deutlich trockener stehen.  

 

 

Jetzt sind wir am Ufer angekommen. Wo der Boden bis obenhin mit Wasser gesättigt ist, wachsen die Pflanzen der ‘Nassen Wiese’. Im dauerhaft nassen Boden ist die Sauerstoffversorgung für die Wurzeln sehr schlecht. Die meisten Pflanzen würden hier einfach verfaulen, aber die Spezialisten der ‘Nassen Wiese’ haben Strategien entwickelt, um hier überleben zu können. Im Gartenteich ist dieser Bereich direkt am Ufer, wo der Boden nur knapp über den Wasserspiegel reicht. 

 

 

 

Noch weiter vom Ufer weg liegt die ‘Feuchte Wiese’. Was ist der Unterschied zwischen feucht und nass? Es ist der Wasserstand im Boden, und damit die Sauerstoffversorgung der Pflanzenwurzeln. Wenn Sie in der nassen Wiese ein Loch in den Boden bohren, füllt es sich sofort mit Wasser. Machen Sie das gleiche auf der feuchten Wiese, bleibt das Loch leer. Die feuchte Wiese liegt ein paar Zentimeter über dem Wasserspiegel. Weit genug weg um nicht durchnässt zu sein, nah genug um nicht auszutrocknen. Im Gartenteich können Sie diese Situation simulieren, indem Sie am Ufer einen erhöhten Bereich innerhalb der Folie aufschütten. Noch besser funktioniert die Sache wenn die feuchte Wiese als eigener Bereich neben dem Teich gebaut wird. Die zusätzliche Arbeit lohnt sich, denn feuchte Wiesen sind der Lebensraum vieler Pflanzenkostbarkeiten, die in der Natur extrem selten geworden sind. Hier wachsen unter anderem Sumpfgladiolen, Orchideen und Wiesenschwertlilien.

 

 

 

 

 

Wenn wir uns noch weiter vom Ufer entfernen, dann wird der Boden als ‘frisch’ bezeichnet. Sie ahnen es schon: er ist nicht ganz trocken, aber auch nicht mehr richtig feucht. Viele Pflanzen aus diesem Bereich sind ganz ‘normale’ Gartenpflanzen, denn sie können auch unabhängig von einem Teich überleben. Ihnen reicht es, wenn sie ausreichend gegossen werden. Wenn Sie ein Beet mit diesen Pflanzen direkt neben dem Gartenteich anlegen, schaffen Sie damit eine optische Überleitung zum Rest des Gartens und binden den Teich viel besser in seine Umgebung ein. 

 

Eine Welt für sich stellt das Moor dar. Seine Besonderheit ist die saure Bodenreaktion und die Nährstoffarmut. Hier wachsen absolute Spezialisten, die sonst im Garten nicht kultiviert werden können. Einige Moorbewohner haben sich sogar zu fleischfressenden Pflanzen entwickelt um mit der Nährstoffarmut des Moores zurecht zu kommen. Es ist durchaus möglich ein kleines Stückchen Moor im Garten nachzubilden und dauerhaft zu pflegen. 

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