Lotossamen

Im Internet bekommt man oft Lotossamen zusammen mit einer Sortenbezeichnung (und manchmal sogar mit einer Beschreibung) angeboten. Das ist absoluter Unfug. Lotossämlinge haben mit ihren Eltern nicht mehr Ähnlichkeit als Menschenkinder mit ihren Eltern - und die sehen mal der Mutter ähnlich, mal dem Vater, mal den Großeltern und manchmal auch dem Postboten. Unsere Lotosblumen werden von Schwebfliegen bestäubt, ganz planlos und nach Lust und Laune der Fliegen. Die Sämlinge können daher jede Farbe haben, die bei den Lotosblumen unserer Sammlung vorkommt, und ganz selten wird es auch neue Farbkombinationen geben. Die Blüten können einfach, halbgefüllt oder ganz gefüllt sein. Bei der Größe der Pflanzen ist vom Zwerg bis zum Riesen alles möglich. Das ist nicht nur bei uns so, das ist auch der Fall bei Samen der mit einem Sortennamen verkauft wird.

Zur Aussaat der Lotosblumen brauchen Sie warmes Wasser. Am besten ist ein kleines Aquarium, aber es geht auch eine Plastikschale die Sie auf eine Heizmatte oder einen Heizkörper stellen. Die Samen des Lotos sind von einer dicken schwarzbraunen Schale umhüllt. Die Schale ist wasserundurchlässig, und solange sie intakt ist, kann der Lotos nicht keimen. Am einfachsten können Sie die Schale mit Schleifpapier durchlässig machen. Legen Sie ein Stück grobes Schleifpapier auf den Tisch, nehmen Sie einen Lotossamen in die Hand und reiben Sie den Samen auf dem Schleifpapier bis an einer Stelle des Samens das helle Gewebe sichtbar wird, das unter der dunklen Schale liegt. Es soll nur gerade sichtbar werden, das reicht völlig aus. Die angeschliffenen Samen werden in kleine Töpfe mit Sand (ohne Dünger!) gesteckt die dann in das Aquarium (oder die Plastikschale) gestellt werden. Der Sand soll die Samen gerade bedecken, und über dem Topf sollen ca. 5 cm Wasser stehen. Bei uns keimen die Samen am besten bei einer Wassertemperatur von 30° C. Nach der Keimung kann die Wassertemperatur auf 25° C abgesenkt werden. Wichtig ist danach sehr hohe Luftfeuchtigkeit und sehr viel Licht. Ein Teil der Sämlinge wirft sämtliche Blätter ab sobald das dritte oder vierte Schwimmblatt erscheint. Diese Sämlinge sind nicht kaputt, sondern sie gehen in eine Ruhephase - eine Vorsichtsmaßnahme der Natur, denn es könnte ja auf das Frühlingshochwasser eine Dürreperiode folgen. Wenn ein Teil der Sämlinge während der Dürre ruht, gehen diese dabei nicht kaputt und können später bei besseren Bedingungen wieder austreiben. Werfen Sie also Lotosaussaaten nicht zu früh weg, es könnte sein daß die Sämlinge nur ruhen.

Die anderen Sämlinge, die normal weiter gewachsen sind, müssen bald umgepflanzt werden. Man macht dies sobald sie das vierte oder fünfte Schwimmblatt entwickelt haben. Als Pflanzsubstrat verwenden sie am besten normalen Gartenboden. Wieder sind hohe Luftfeuchtigkeit und viel Licht für das Gelingen unabdingbar. Die Jungpflanzen brauchen generell höhere Temperaturen als die ausgewachsenen Pflanzen, daher dürfen sie erst im Sommer in den Garten umziehen. Wenn sich die ersten Hochblätter (also Blätter die nicht auf dem Wasser schwimmen sondern über dem Wasser stehen) entwickelt haben, können Sie vorsichtig mit dem Düngen beginnen. Der geeignete Dünger ist ein Langzeit-Mineraldünger (Osmocote-Exact, bekommen Sie bei uns). Nach ein bis zwei Jahren haben sie bei guter Pflege die Blühfähigkeit erreicht.

Wir liefern den Samen ab Anfang März bei frostfreiem Wetter.

 

Unsere Lotosblumen im TV: 

 

2014 hat ein Team der Sendung 'Querbeet' bei uns in der Gärtnerei einen Betrag über Lotosblumen als Kübelpflanzen gedreht. Voraussichtlicher Sendetermin ist der 11. Mai 2015, um 19:00 Uhr im 3. Programm des Bayerischen Fernsehens.

 

   
 
   
 

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