- Iris pseudacorus

Iris pseudacorus - die europäische Wasserschwertlilie 

 

Iris pseudacorus ist eine unserer beiden einheimischen Schwertlilienarten. An Seen und Flüssen ist sie noch relativ häufig zu finden, aber dennoch steht sie unter strengem Naturschutz. Zu Recht, denn ihrer schönen gelben Blüten wegen wurden früher viele Exemplare ‚geräubert’ oder die Blüten gepflückt und so die Samenbildung verhindert. 

Ihr schwer auszusprechender Name ‚pseudacorus’ bedeutet, dass ihre Blätter denen des Kalmus gleichen. 

Die Wasserschwertlilie steht am liebsten im seichten Wasser. Bei 10 bis 20 cm Wassertiefe fühlt sie sich am wohlsten, aber sie erreicht auch Tiefen bis zu 40 cm, blüht dort aber nicht mehr so reich. Genauso gut kann sie aber auch im nassen Boden oder sogar im ganz normalen Gartenbeet wachsen (vorausgesetzt sie wird dort ausreichend gegossen).An den Boden stellt sie keine großen Ansprüche, sie gedeiht sogar in Sand und Kies. 

Wasserschwertlilien bilden zahllose feine Würzelchen an ihren Rhizomen. Man spricht von den Wurzelbärten der Wasserschwertlilie. Mit diesen Wurzelbärten kann sie alle gelösten Nährstoffe aus dem Wasser herausfiltern. Diese Eigenschaft macht man sich seit einiger Zeit zu Nutze und verwendet die Wasserschwertlilie in Sumpfkläranlagen. Das sind flache Becken die mit speziellen Sumpfpflanzen dicht bepflanzt sind und ohne technischen Aufwand in der Lage sind organisch verschmutzte Abwässer zu reinigen. An Leistungsfähigkeit bei der Wasserreinigung wird die Wasserschwertlilie dabei von keiner anderen Pflanze übertroffen. 

Bis vor wenigen Jahren gab es so gut wie keine Sorten der Wasserschwertlilie. Entweder pflanzte man die Wildform im Naturgarten, oder sie war ein Arbeitstier in der Sumpfkläranlage. Die Züchter befassten sich kaum mit ihr, höchstens wurde hier und da von einem Gärtner einmal eine besonders schöne Form ausgelesen. Aber es handelte sich immer um gelb blühende Wasserschwertlilien. Das hat sich seit kurzer Zeit geändert. Ganz zaghaft wurde damit begonnen neue Sorten zu schaffen. Das erste Ziel war eine weiße Wasserschwertlilie, danach kamen pastellfarbige Sorten dazu. 

Einen wirklichen Fortschritt brachte die Kreuzung mit der japanischen Schwertlilie Iris ensata. Jetzt entstanden die ersten Sorten deren Hängeblätter eine deutliche Zeichnung aufwiesen und sogar die Farbe Blau tauchte bei einigen Pflanzen auf. 

Die Kreuzungen aus Iris pseudacorus und Iris ensata werden Iris pseudata genannt. Sie wollen nicht im Wasser stehen, sondern im feuchten oder nassen Boden. Eine sehr schöne Sorte ist die hier abgebildete ‚Union made’, bei der der Name auf die erfolgreiche Kreuzung der beiden Arten hinweist. 

Die interessanteste Hybride tauchte zufällig in einer Wasserpflanzengärtnerei in England auf. Die Mutterpflanze war natürlich eine Iris pseudacorus, aber wer war der Vater? Dummerweise hatte die Gärtnerei eine sehr große Sammlung verschiedener Irisarten und so kamen theoretisch viele Arten als Vater in Frage. Am wahrscheinlichsten war es eine Kreuzung mit Iris foetidissima, einer Pflanze die auf Englisch 'Stinking Gladwyn' heißt (bei ihr stinken die Blätter, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt). Das Kind der beiden heißt 'Holden Clough' und ist etwas wirklich Besonderes. Obendrein ist die neue Sorte fruchtbar, man kann also mit ihr weiter kreuzen und in der Zukunft noch viele interessante neue Wasserschwertliliensorten erwarten. 

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