- Iris ensata

Iris ensata - die japanische Sumpfschwertlilie 

Iris ensata ist die Schwertlilie mit den größten Blüten von allen Arten der Schwertlilie. In Japan wird sie seit Jahrhunderten gezüchtet und es gibt dort zahllose Sorten und Gärtnereien, die sich nur auf diese einzige Pflanze spezialisiert haben. Das Interesse scheint sich allerdings nicht auf die Wildform zu beziehen, denn diese befindet sich nicht in Kultur und ist in der Natur fast ausgestorben. Da sich Japan über Jahrhunderte gegenüber dem Ausland abschottete, gelangten auch keine Iris ensata nach Europa. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelangten einige Pflanzen in die USA und lösten dort eine erste Welle an Neuzüchtungen aus. 

Iris ensata gelten zu Unrecht als 'schwierige' Pflanzen. Richtig ist, dass sie wie keine zweite Irisart auf die Pflege reagieren. Werden sie gut gepflegt, dann wachsen und blühen sie überreich. Werden sie vernachlässigt, dann kümmern sie dahin. Zwei Dinge sind in der Kultur wichtig: der Boden und das Wasser. 

Iris ensata brauchen einen guten Gartenboden mit einem pH-Wert Idealerweise zwischen 5,0 und 6,5. Auf diesen Wert sind die meisten käuflichen Blumenerden bereits eingestellt. Wenn Ihr Boden sehr stark kalkhaltig ist, dann können Sie den pH-Wert durch die Zugabe von Torf senken. Die Pflanzen lieben viel organisches Material im Boden, also reichliche Gaben von Kompost oder Torf. Der Boden sollte weder zu lehmig (dann müssen Sie Sand beimischen), noch zu leicht sein (dann müssen Sie Kompost beimischen). Kurz gesagt: der Boden soll in keiner Richtung extrem sein, sondern so, wie ihn die meisten Gartenpflanzen lieben. 

Iris ensata ist eine Pflanze mit hohem Nährstoffbedarf (kein Wunder bei den riesigen Blüten), sie sollten im Frühling gedüngt werden und noch einmal direkt vor der Blütezeit. 

In ihrer Heimat wächst Iris ensata auf Flächen, die im Sommer überschwemmt sind und im Winter austrocknen. So umständlich machen wir es im Garten natürlich nicht. Im warmen Klima kann die Pflanze auch das ganze Jahr im Wasser stehen ohne Schaden zu nehmen. Im kalten Klima geht das nicht, denn die Wurzeln können unter dem Eis ersticken, wenn der Teich zu lange zugefroren ist. Im kalten Klima wird man Iris ensata also am besten im feuchten Boden halten und sie im Sommer häufig gießen. Wenn der Boden gemulcht wird, dann trägt das dazu bei ihn feuchter zu halten. 

In Japan befassen sich die Züchter seit Jahrhunderten mit dieser Schwertlilie. Auch unter den Samurai galt es keineswegs als unmännlich sich mit dieser Blume zu beschäftigen. Die ältesten japanische Sorten zeichnen sich durch klare Formen und Farben aus. Im Laufe der Zeit entstanden immer mehr verschiedene Zuchtlinien und heute haben die Hybriden eine fast unüberschaubare Vielfalt erreicht. 

Iris ensata sind überwiegend weiß, blauviolett und rosa. In jüngster Vergangenheit gelang es durch Kreuzungen mit Iris pseudacorus die Farbe Gelb hinzuzugewinnen. Was nach wie vor fehlt ist ein echtes Rot. 

In den USA gab es Anfang des 20. Jahrhunderts eine erste Welle der Begeisterung für Iris ensata. Viele Züchter befassten sich mit der ‚Japanese Iris’ und schufen ganz erstaunliche neue Sorten. Der Name wurde der Pflanze dann zum Verhängnis: mit Beginn des Krieges zwischen Japan und den USA erlosch schlagartig das Interesse an Iris ensata und sie verschwand für Jahrzehnte aus dem Bewusstsein amerikanischer Gärtner. 

In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen zwei Gärtner in Michigan sich erneut für Iris ensata zu interessieren. Bob Bauer und John Coble waren so erfolgreich bei der Züchtung neuer Sorten, dass sie sogar eine spezielle Iris-ensata-Gärtnerei gründeten - die erste außerhalb Japans! 

Mit ihren Züchtungen lösten sie eine zweite Welle der Begeisterung für diese schöne Schwertlilie aus, und ganz langsam schwappt diese Welle auch zu uns nach Europa. Verständlich, denn ihre neuen Hybriden stellen alles in den Schatten was es bisher an Iris ensata gab. Ihr besonderes Interesse gilt der Züchtung einer Iris ensata in reinem Blau ohne rötliche Anklänge in der Farbe. Ganz gelungen ist ihnen das noch nicht, aber sie sind auf diesem Weg schon sehr weit gekommen. 

Kreuzungen mit Iris pseudacorus wurden erst vor relativ kurzer Zeit durchgeführt. Ihr Ziel war es, die Farbe Gelb in die Farbpalette von Iris ensata einzuführen. Der Versuch ist gelungen, und die Abkömmlinge aus dieser Kreuzung werden Iris pseudata genannt. 

Iris ensata macht das Kreuzen und Weiterzüchten leicht. Die meisten Hybriden sind fruchtbar und können untereinander gekreuzt werden. In Großbritannien und den USA ist es ein bisschen Mode geworden Iris ensata zu züchten. Alles was man dazu braucht sind ein Pinsel zum Bestäuben und ein Beet für die Sämlinge zum wachsen. Eigentlich keine schlechte Idee das einmal selbst zu probieren, oder? 

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