- der Staudencode

Lebensbereiche der Stauden 

Während in Großbritannien Stauden nahezu beliebig miteinander kombiniert werden können (das liegt am Klima), ist es in Deutschland üblich und sinnvoll sie gemäß ihrem Standort in der Natur zu verwenden. Pflanzen von gleichen Standorten können auch im Garten gemeinsam gepflanzt werden, denn ihre Bedürfnisse sind ähnlich. Diese Standorte werden als Lebensbereiche bezeichnet. 

Das Konzept der Lebensbereiche wurde von Prof. Dr. Richard Hansen und Hermann Müssel in Weihenstephan entwickelt. Sie ordneten alle Pflanzen in neun Hauptlebensbereiche ein. Ihr vollständiges System enthält aber weitere Informationen zu jeder Pflanze. So erfährt man in welche Untergruppe des Lebensbereichs die Pflanze gehört, erhält Hinweise zu den Bodenverhältnissen und ob die Pflanze dazu neigt ihre Nachbarn zu überwuchern oder sich von ihnen verdrängen lässt. Diese Informationen werden in einer vierstelligen Zahlenkombination dargestellt. Mit diesem System kann man Pflanzen perfekt zu einer Pflanzung zusammenstellen, aber die Zahlenkombinationen machen das System sehr unübersichtlich. Es gibt 865 mögliche Zahlenkombinationen in diesem System und das kann sich nicht einmal derjenige merken der täglich intensiv damit arbeitet. Im Normalfall muss man also nachschlagen und die Kombination wieder aufdröseln. 

In der Praxis wird heute eher ein vereinfachtes System angewendet, das auch der Bund deutscher Staudengärtner propagiert. Es besteht aus einer Abkürzung die sinnvoll abgeleitet  und daher gut zu merken ist(z.B. GR für Gehölzrand) und einer Zahl zwischen 1 und 3. Die Abkürzung gibt den Lebensbereich an, die Zahl dahinter den Feuchtigkeitsbedarf der Pflanze, wobei 1 trockener, 2 frischer und 3 feuchter Boden bedeutet. Von diesem System weichen nur die Wasserpflanzen ab, da sie mehr Wasser als nur feuchten Boden benötigen. 

Ergänzend wird oft noch die 'Geselligkeitsstufe' angegeben, die Auskunft darüber ob eine Pflanze Schutz vor wuchskräftigen Nachbarn benötigt, gut mit ihnen zurecht kommt oder selbst wuchert und andere Nachbarn bedrängt.

Dieses System, dem auch wir folgen, sieht im Einzelnen so aus: 

G = Gehölz (Pflanzen aus Wäldern für den Schatten bis Halbschatten)
G1 = Gehölz mit trockenem Boden
G2 = Gehölz mit frischem Boden
G3 = Gehölz mit feuchtem Boden
 
GR = Gehölzrand (Pflanzen von Waldränder mit unterschiedlichem Lichtbedarf, je nachdem ob sie normalerweise auf der Südseite oder Nordseite von Wäldern wachsen)
GR1 = Gehölzrand mit trockenem Boden
GR2 = Gehölzrand mit frischem Boden
GR3 = Gehölzrand mit feuchtem Boden
 
FR = Freiflächen (Pflanzen von Standorten in voller Sonne, überwiegend von Wiesen)
FR1 = Freiflächen mit trockenem Boden
FR2 = Freiflächen mit frischem Boden
FR3 = Freiflächen mit feuchtem Boden
 
ST = Steinanlagen (Pflanzen die in der Natur in steinigem oder kiesigen Gelände wachsen)
ST1 = Steinanlagen mit trockenem Boden
ST2 = Steinanlagen mit frischem Boden
ST3 = Steinanlagen mit feuchtem Boden
 
[Manchmal wird der Lebensbereich Steinanlagen noch weiter untergliedert. Dann kommen dazu:
M = Matten (Pflanzen von flachgründigen Böden über Felsuntergrund)
MK = Mauerkronen (Pflanzen die auf der Krone von Natursteinmauern wachsen können)
SF = Steinfugen (Pflanzen die in Spalten von Mauern oder Felsen wachsen)
A = Alpinum (Pflanzen von Hochgebirgsstandorten die im Garten besondere Pflege benötigen)
Alle vier Bereiche werden wieder unterglieder in 1-3]
 
B = Beet (Pflanzen gärtnerischer Herkunft mit hohen Ansprüchen, die nur in gut gepflegten Beeten wachsen können)
B1= Beet mit trockenem Boden
B2 = Beet mit frischem Boden
B3 = Beet mit feuchtem Boden
 
WR = Wasserrand (Pflanzen aus dem Randbereich von Gewässern)
WR4 = Wasserrand mit nassem, zeitweise überschwemmtem Boden
WR5 = Wasserrand mit ganz flachem Wasserstand (alles Sumpf- und Röhrichtpflanzen)
 
W = Wasser (Pflanzen aus Gewässern)
W6 = Wasser mit größerer Tiefe (alles Schwimmblattpflanzen)
W7 = Wasser mit großer Tiefe (alles Unterwasserpflanzen)
 
 
 
 
 
 

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