Solenostemon `Fräulein Elisabeth` - Buntnessel
 
 
 
 

Solenostemon `Fräulein Elisabeth` - Buntnessel

von: Nymphaion

Bestell-Nr.: COL113

 

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Produktinformationen "Solenostemon `Fräulein Elisabeth` - Buntnessel"

Pflanzabstand 30 - 50 cm
Pflanzenhöhe 30 cm - 60 cm
Lieferqualität 7er Topf, bewurzelter Steckling
Geselligkeit als Topfpflanze, oder flächig im Beet
Synonyme Coleus blumei
Wasserbedarf frischer Boden
Lichtbedarf halbschattig bis schattig
Familie Lamiaceae
Bodenreaktion leicht sauer bis leicht alkalisch
Blütezeit Mai - Oktober
heimisch nein
Nährstoffbedarf normal
Staudencode Topfpflanze, Sommerbepflanzung für Beete
Blütenfarbe weiß oder hellblau
Winterhärtezone Z10

(Wallner 2016) Fräulein Elisabeth gibt es wirklich, und sie besteht mit fast hundert Jahren immer noch auf der Anrede 'Fräulein'. Meine Eltern waren mit ihr viele Jahrzehnte befreundet, und es gab ein paar fixe Termine im Jahr zu denen sie uns besuchte. Einer davon war der Tag an dem es den ersten Erdbeerkuchen gab (das war ein guter Tag), und ein anderer mein Geburtstag. Das war ein furchtbarer Tag. Damals, in den 60iger Jahren, liefen Kindergeburtstag noch ganz anders ab als heute. Mein Geburtstag bestand darin, dass Fräulein Elisabeth zum Kaffeetrinken kam und eine Buttercremetorte gebacken wurde. Andere Kinder wurden nie eingeladen, und ich hatte weder an der Buttercremetorte noch am Kaffeeklatsch das geringste Interesse. 

Fräulein Elisabeth war eine sehr korrekte Chefsekretärin. Immer gut gekleidet, immer perfekt, immer alles im Griff. Sehr viel später hat sie mir eine ganz andere Seite von sich gezeigt und mir erzählt was sie im zweiten Weltkrieg erlebte. Sie machte damals eine Banklehre in einer kleinen Stadt in Ostpreussen. Als die Front näher rückte, setzte sich der Chef der Bank Richtung Westen ab. Nicht ohne vorher Fräulein Elisabeth einzuschärfen, dass sie jetzt die Stellung zu halten hatte und für die Einlagen der Bank verantwortlich war. Falls sie auch fliehen müsste, sollte sie das Geld zur Bankzentrale nach Berlin transportieren. Fräulein Elisabeth hielt die Stellung, und als die Stadt evakuiert wurde, packte sie alles Geld ein und machte sich auf den Weg nach Berlin. Wer jemals einen Bericht über die Flucht aus Ostpreussen gesehen hat weiss, dass man nicht einfach in den Zug steigen und in Berlin wieder aussteigen konnte. Fräulein Elisabeth hat alles erlebt, was den Menschen auf der Flucht passieren konnte. Sie hat das Geld mit Zähnen, Klauen und noch mehr verteidigt. Am Ende kam sie tatsächlich mit dem Geld in Berlin an und brachte es in die Bankzentrale. Da hatte aber niemand mehr Interesse an dem Geld. Es waren die letzte Kriegstage und das Geld praktisch nichts mehr wert. Der Herr Bankdirektor wollte sie einfach mit dem Geld stehen lassen. Das Geld, für das sie so viele Opfer gebracht hatte. Das sollte alles umsonst gewesen sein? Da kochte in ihr die Wut hoch, und das Fräulein Elisabeth hat dem Herrn Bankdirektor in aller Öffentlichkeit eine gescheuert. Ich finde das ist es wert, dass man eine Buntnessel nach ihr benennt.

 

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