Stauden

Was sind Stauden? 


Unter Stauden versteht der Gärtner alle mehrjährigen Pflanzen deren oberirdische Teile nicht verholzen. Im Winter sterben diese oberirdischen Teile in der Regel ab und die Staude zieht sich auf ihre unterirdischen Teile zurück aus denen sie im Frühling wieder neu austreibt. Stauden muss man also nicht jährlich neu pflanzen, sondern sie können und sollen jahrelang am gleichen Platz stehen. 

Stauden sind ganz typisch für englische Gärten, bei uns dagegen hat die Verwendung von Stauden im Garten noch keine lange Tradition. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurden deutsche Gärten normalerweise jährlich komplett neu mit einjährigen Sommerblumen bepflanzt. Diese Vorgehensweise hatten die Gartenbesitzer vom Vorbild der Schlossgärten übernommen. Schlossgärten sind in Deutschland überwiegend formale Gärten nach französischem Vorbild. In den Beeten wirkt dort nicht die Einzelpflanze, sondern die Pflanzen werden gruppenweise zu Mustern zusammengefügt. Die Beete sind auf Fernwirkung angelegt und müssen aus einem gewissen Abstand betrachtet werden. Diese Beete sind auch sehr pflegeaufwendig und erfordern mehrmalige Neupflanzung während der Saison sobald eine Gruppe Pflanzen verblüht ist. Auf diese Weise werden heute noch viele öffentliche Grünflächen bepflanzt, z.B. Verkehrsinseln und ähnliches. 

In England war das Vorbild für die Gärten dagegen der englische Landschaftspark in dem ein Stück idealisierte Natur dargestellt wurde. Solche Parks wurden natürlich nicht jährlich umgestaltet sondern durften sich über Jahrzehnte entwickeln. Im kleinen Maßstab der bürgerlichen Gärten wurde daraus der Cottage Garden. In ihm werden mehrjährige Pflanzen zu ansprechenden Gruppen zusammengesetzt. Auch diese Gärten dürfen reifen und sich entwickeln. Das englische Klima erlaubt es Pflanzen aus den unterschiedlichsten Herkünften miteinander zu kombinieren. Oft lässt man in der Bepflanzung auch Lücken in die dann jährlich wechselnde Sommerblumen gesetzt werden. 

Den ersten Anlauf diese englische Form der Gartengestaltung in Deutschland einzuführen machte Karl Foerster. Noch vor dem ersten Weltkrieg gründete er die erste deutsche Staudengärtnerei und ab den 1920iger Jahren verfasste er eine Reihe sehr schöner Bücher über das Thema Stauden. Der zweite Weltkrieg unterbrach seine Arbeit und danach gab es zunächst kein Interesse an dem Thema mehr. In der unmittelbaren Nachkriegszeit waren Gärten Gemüsegärten, danach hatten sie pflegeleicht zu sein (alles Rasen mit einer Krüppelkonifere in der Mitte), und dann kam schon die Naturgartenbewegung. Erst ab dem Ende des 20. Jahrhunderts setzte sich die Verwendung von Stauden im Garten allgemein durch. Auf dem Niveau der englischen Gartenkultur ist Deutschland aber noch lange nicht. 

Für mich zeigen Stauden die Jahreszeiten an, besser als jeder Kalender. Wenn die Buschwindröschen blühen, dann weiß ich dass der Sommer vor der Tür steht, wenn Bleiwurz und Herbstzeitlose blühen, geht der Sommer zu Ende. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Stauden und ihren eigenen Zauber. 

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