Australische Seerosen


nymphaea-albert-de-lestange-01-kleinAlle australischen Seerosen gehören zu der Untergattung Anecphya. Es sind traumhaft schöne Seerosen aber sie gelten als sehr anspruchsvoll. Es beginnt mit ihrem Platzbedarf, und es geht weiter mit ihren Temperaturansprüchen, die über denen der anderen tropischen Seerosen liegen. Nachdem wir in den letzten Jahren aber selbst Erfahrungen mit diesen Pflanzen sammeln konnten, wissen wir, dass die Probleme nicht so hoch sind wie früher gedacht.  Als Jungpflanzen benötigen sie tatsächlich eine Wassertemperatur von 31° C und darüber, aber als erwachsene Pflanzen können sie durchaus auch mit kühlerem Wasser zurecht kommen. Bei uns hat Nymphaea gigantea sogar noch im Oktober in einem Becken in einem ungeheizten Haus geblüht, und das war eine Wassertemperatur bei der ich keine Lust mehr zum Baden hatte. nymphaea-gigantea-15-09-14-04-klein

 

Bei den australischen Seerosen ist es wichtig, dass die oberste Wasserschicht sehr warm ist, aber die Wurzel der Pflanze in etwas kühlerem Wasser steht. Aus diesem Grund kann man sie in kleinen Gefäßen nicht halten, denn diese haben eine einheitliche Wassertemperatur. Auch geheizte Becken sind nicht ideal, weil eine Heizung in Bodennähe den gesamten Wasserkörper erwärmt. Am besten geht es in größeren Becken (ab ca. 2 qm Grundfläche) in einem Gewächshaus oder Wintergarten ohne Heizung. Die Sonneneinstrahlung erwärmt dann die oberste Wasserschicht und unten bleibt es kühler. Sehr gute Erfahrungen wurden in den USA mit gefärbtem Wasser gemacht. Dabei wurde das Wasser im Becken mit Lebensmittelfarbe so dunkel wie möglich färbt. Dadurch wird die oberste Wasserschicht sehr warm, aber direkt darunter bleibt es kühler. Die warme Wasseroberfläche strahlt die Wärme nach oben ab, und so haben die Seerosen auch die gewünschte höhere Lufttemperatur.

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Im Handel sind Seerosen der Untergattung Anecphya praktisch nicht zu finden, das Risiko ist den Anbietern einfach zu hoch. Wenn eine Pflanze in die Ruhephase wechselt wird sie von Laien oft als tot betrachtet und weggeworfen, was dann meistens zu einer Reklamation führt. Wer Anecphyas kultivieren will, muss sich darüber im Klaren sein, dass ihre Haltung eine Herausforderung ist. Wir bieten diejenigen Sorten an, die sich bei uns als robuster erwiesen haben. Wir liefern gesunde Pflanzen - wenn Sie sie von uns erhalten haben, sind Sie selbst dafür verantwortlich dass es auch weiterhin gesunde Pflanzen bleiben. 

 

 

Bis vor wenigen Jahren gingen die Botaniker davon aus, dass die Untergattung Anecphya lediglich aus den zwei Arten Nymphaea gigantea und Nymphaea violacea bestünde. Die Feuchtgebiete Australiens waren verständlicherweise nicht gut erforscht, denn niemand botanisiert gerne in Tümpeln in denen Leistenkrokodile auf Beute lauern. Alle in botanischen Sammlungen vorhandenen Pflanzen stammten aus den gleichen Aufsammlungen und ganz offensichtlich handelte es sich dabei um besonders heikle und anspruchsvolle Klone. In den vergangenen Jahren wurden die australischen Seerosen besser erforscht, dies ist vor allem Andre Leu zu verdanken. Er sammelte überall in Australien Seerosen und kultivierte sie bei sich weiter.  

Vor allem Dank seiner Forschungen war es möglich etliche neue Arten zu benennen, so dass die Zahl der anerkannten australischen Seerosenarten auf vierzehn anwuchs. Auch die Verbreitung der einzelnen Arten in Australien wurde besser bekannt, so wurde z.B. als am weitesten südlich (in Australien ist es im Süden kühler als im Norden) gelegene Population ein Vorkommen von Nymphaea gigantea entdeckt.

Für die Seerosenliebhaber noch wichtiger wurde seine Zusammenarbeit mit William Phillips in den USA.  William Phillips war der beste Züchter von Anecphya-Sorten weltweit, und ihm gelang es aus von Andre Leu geschicktem Samen sehr gute und weniger heikle Klone auszulesen. Als bislang robusteste Sorte erwies sich dabei Nymphaea gigantea ‚Albert de Lestang’.  2002 gelang William Phillips sogar die Kreuzung von einer Anecphya-Sorte mit einer anderen tropischen Seerose aus der Untergattung Brachyceras. Auch wenn wir im Moment australische Seerosen in Mitteleuropa nicht zur Haltung im Freiland empfehlen können, so heißt das nicht, dass dies immer so bleiben muss. Die Arbeit von Andre Leu und William Phillips wird früher oder später zu Sorten führen, die mit vertretbarem Aufwand auch bei uns kultiviert werden können.  

 

 

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